Osteopathie bei Migräne

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Wie Osteopathie bei Kopfschmerz und Migräne helfen kann

Grundlagen der OsteopathieKopfschmerzen können unterschiedlichste Ursachen haben, die sorgfältig abgeklärt werden müssen. Solange keine schwerwiegenden und schulmedizinisch greifbaren Erkrankungen der Hintergrund der Beschwerden sind, gilt die Schmerzmedikation als Mittel der Wahl. Solange diese nur hin und wieder eingenommen werden, ist auch nichts dagegen einzuwenden. Problematisch ist die Situation, wenn Kopfschmerzen oder gar Migräneanfälle zur Regelmäßigkeit werden und damit die Lebensqualität des Betroffenen massiv einschränken.

Verschiedene Arten und Ursachen von Kopfschmerzen

Akute Kopfschmerzen

Bei hochakuten Kopfschmerzen muss eine sorgfältige klinische Abklärung erfolgen, denn es kann sich um einen lebensbedrohlichen Notfall handeln. Viele Ursachen können hinter unerträglichen und plötzlich eintretenden Kopfschmerzen stecken, insbesondere muss beachtet werden, in welchem Zusammenhang die hochakuten Schmerzen auftreten – ob z. B. auf dem Boden einer Erkrankung, nach einem Sturz oder Unfall, nach einem Zeckenbiss etc.

  • Hypertensive Krise
  • Hirnödem
  • Apoplex
  • Arteriitis temporalis
  • Subduralblutung
  • Epiduralblutung
  • Sinusvenenthrombose

    • Meningitis
    • Meningoencephalitis
    • Encephalitis
    • Sonnenstich

      • akutes Glaukom
      • Vergiftung
      • Exsiccose
      • Hypoglykämie
      • Epilepsie

Chronische Kopfschmerzen

Die chronischen Kopfschmerzformen können ebenfalls von akuten Anfällen geprägt sein, und auch sie haben vielfältigste Ursachen:

      • Migräneanfälle
      • Clusterkopfschmerzen

      • Chronischer Spannungskopfschmerz
      • Vertebragene Kopfschmerzen
      • Beschwerden des Kiefergelenks
      • Fehlstellungen im Bewegungsapparat

      • Nebenhöhlenentzündung
      • Erkrankungen des Blutsystems
      • Neuralgien
      • Zahnfehlstellungen
      • Analgetikakopfschmerz
      • Tumore des Gehirns und der Augenhöhle

Migräne – eine Erkrankung mit vielschichtigen Ursachen

Als eine besondere Kopfschmerzart stellt sich die Migräne dar, deren Ursachen und Verlaufsformen wiederum vielschichtig sein können.

Phasen der Migräne

In ca. 10-20% der Fälle beginnt eine Migräneattacke mit einer sogenannten Aura, in der es zu neurologischen Ausfällen kommt. In der zweiten Phase, in der sich die Gefäße im Gehirn erweitern, kommt es zu einem pulsierenden Schmerz, die dritte Phase beinhaltet den ödembedingten Dauerschmerz.

Mögliche Ursachen können direkt oder indirekt das Hormonsystem betreffen, das wiederum auf das Gefäßsystem wirkt:

      • Stress
      • Prämenstruelles Syndrom
      • Hormonelle Verhütung
      • Zyklus der Frau
      • mangelnder Serotoninspiegel
      • Nahrungsmittelallergien (Histaminausschüttung)
      • Gefäßwirkung der Aminosäure Tyramin
      • Gefäßwirkung von Histamin
      • Fäulnisflora im Darm
      • Sonntagsmigräne

Ursachen im Bewegungsapparat

      • Kiefergelenksbeschwerden / kraniomandibuläre Dysfunktion (z. B. nach Trauma, durch Zahnfehlstellungen, durch Zähneknirschen)
      • Fehlstellungen und Syndrome der Wirbelsäule
      • Spannungen des kraniosakralen Systems

Weitere Ursachen

      • Wetterumschwung
      • Sehfehler, falsch angepasste Brille
      • Glaukom
      • Entzündungsherde (Zähne, Nebenhöhlen)
      • Amalgambelastung
      • Intoxikationen: Schwermetallbelastung, Pestizidbelastung

Die Osteopathie als Ausweg

Meist führt der Weg zum Osteopathen erst dann, wenn bereits eine Odyssee an Arztbesuchen zurückgelegt wurde, auf der bisher keine Hilfe gefunden werden konnte. Migräne und Kopfschmerzen gehören zu der langen Liste der Beschwerdebilder, für die Osteopathie eine ausgezeichnete Therapiemethode darstellt.

Untersuchung

Eine ausführliche Anamnese (Erhebung der Krankengeschichte) sowie eine körperliche Untersuchung bilden die Grundlage jeder osteopathischen Therapie. In der Anamnese werden auch Fragen zu früheren Erkrankungen oder lange zurück liegenden Unfällen gestellt. Diese Informationen sind für den Therapeuten entscheidend, und es kann sehr hilfreich sein, sich als Patient vor dem ersten Termin auf diese Anamnese gedanklich einzustellen und vorzubereiten, damit wichtige Punkte berücksichtigt werden.

Die körperliche Untersuchung beginnt mit der Betrachtung des Patienten von allen Seiten, es folgen funktionelle Überprüfungen, um z. B. die Beweglichkeit der Wirbelsäule oder die Kraft von Muskeln festzustellen, sowie Tastuntersuchungen des Gewebes auf schmerzhafte Punkte. Am liegenden Patienten fühlt der Therapeut an verschiedenen Körperstellen den krankiosakralen Rhythmus, der Übergang zur Behandlung ist damit geschaffen.

Behandlung

Eine osteopathische Behandlung ist stets individuell, verläuft bei vielen Techniken für den Patienten kaum bemerkbar, mit einigen Techniken auch durchaus spürbar. Welche Methode innerhalb der Osteopathie zum Einsatz kommt, ist vollkommen abhängig vom Untersuchungsbefund. Grundsätzlich jedoch setzt der Osteopath Impulse, auf die das Körpergewebe des Patienten reagiert. Um dem Körper ausreichend Zeit zu geben, sich mit den therapeutischen Informationen auseinander zu setzen, liegen zwischen den Behandlungseinheiten mindestens ein bis drei Wochen, manchmal auch längere Zeit.

Erfolgsaussichten

Grundsätzlich gilt: je früher eine Behandlung bei Kopfschmerzen oder Migräne einsetzt, umso früher stellen sich auch meist die Erfolge ein. Beschwerden, die sich bereits über Jahre gezogen haben, mit Schmerzmitteln behandelt wurden, und zu denen sich weitere Beschwerden gesellt haben, benötigen meist auch entsprechend mehr Zeit für einen Behandlungseffekt. Gerade Migräne kann sehr viele verschiedene Ursachen haben. Daher besteht oftmals die Notwendigkeit, auch auf andere Therapien zurückzugreifen.

In jedem Fall ist die Mitarbeit des Patienten gefragt, denn der Osteopath gibt dem Körper Impulse, die einen Selbstheilungsprozess in Gang setzen. Eine gesunde Lebenshaltung, bzw. die Rückkehr in eine solche, steigert die Effektivität der osteopathischen Behandlung immens, während eine gesundheitsfeindliche Lebensweise für die Therapie hinderlich ist. Grundsätzlich strebt ein Organismus immer nach Gesundheit, und man sollte ihm dabei helfen, diese wieder zu erreichen.

Kombination mit anderen Therapien

Zwar stellt die Osteopathie an sich ein ganzheitliches und umfassendes Behandlungskonzept dar. In den Bereichen jedoch, die diese Therapiemethode nicht erreichen kann, müssen bei Notwendigkeit weitere Verfahren Anwendung finden. Ergibt sich aus der Anamnese des Migränepatienten beispielsweise der Verdacht auf eine Histaminintoleranz, so kann Osteopathie nur helfen, wenn auch die Ursachen der Histaminose erkannt und behandelt werden. In den meisten Fällen sind hierbei eine fachkundig angeleitete Darmsanierung sowie eine geeignete Nährstofftherapie anhand spezifischer Laborwerte notwendig. Ein durch jahrelange Schmerzmitteleinnahme übergifteter und übersäuerter Organismus bedarf der Ausleitung, die Ernährung muss optimiert werden.

Da insbesondere Migränepatienten oftmals sehr empfindlich reagieren, sollte ein Therapieplan mehrstufig aufgebaut sein. Dabei können sanfte Methoden der Ausleitung durchaus als Kombination mit der Osteopathie Therapieeffekte steigern. Methoden hingegen, die zu starke Reize setzen, können sich erschöpfend und überfordernd auswirken.

Video zum Thema

Die Kollegen von relaxingart habe das nachfolgende Video “Manuelle Behandlungsstrategien gegen chronische Kopfschmerzen” freundlicherweise auf Youtube zur Verfügung gestellt:


Diana Deuschle
Diana Deuschle
Heilpraktikerin aus Erding bei München

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