Osteopathie bei Verdauungsbeschwerden

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Wie Osteopathie bei Verdauungsbeschwerden helfen kann

Beispiele für häufige Probleme des Verdauungstrakts

Chronische Magenbeschwerden

osteopathie_verdauungHier liegt meist eine Gastritis, eine Entzündung der Magenschleimhaut, zu Grunde, die verschiedene Ursachen haben kann. So rührt eine Gastritis vom Typ A von Autoimmunprozessen, die Gastritis Typ B wird von Helicobacter pylori unterhalten, und die Gastritis Typ C wird z. B. von Genussmitteln (Alkohol, Nikotin), Medikamenten (Nichtsteroidale Antirheumatika, Cortison….) oder auch Stress (der wiederum von einer erhöhten körpereigenen Cortisolausschüttung begleitet wird) verursacht.

Magenbeschwerden können akut und chronisch auftreten, und müssen in vielen Fällen zunächst endoskopisch abgeklärt und gemäß der Untersuchungsergebnisse behandelt werden. In vielen Fällen klagen Patienten über chronische Magenbeschwerden, obwohl in der endoskopischen Untersuchung nichts Auffälliges gefunden wurde. Die dann meist lautender Diagnose „Reizmagen“ wird jedoch in der Naturheilkunde noch weiter hinterfragt. Denn hinter einem ständig gereizten Magen und chronischem Sodbrennen können nicht nur Stress, sondern auch Nahrungsmittelallergien, eine Histaminose, Störungen der Leber, der Bauchspeicheldrüse oder eine Schwäche der Milz stecken.

Darmbeschwerden

Stress und ungesunde Ernährung gehören bei vielen Menschen zur Tagesordnung und sorgen dafür, dass das Verdauungssystem allgemein leidet. Durch den verringerten Abfluss von Verdauungssäften bei chronischem Stress kann die Nahrung nicht adäquat verdaut werden. Gärungsprozesse nehmen zu, was sich oftmals durch vermehrte Gasansammlungen, einen gespannten Bläh- oder „Trommelbauch“ und einen fauligen Geruch bei Abgang der Blähungen bemerkbar macht. Durchfälle und Verstopfungen sind ebenso Hinweise auf eine gestörte Verdauung, die bei akutem Auftreten sorgfältig abgeklärt werden müssen, denn sie können sowohl harmlose als auch sehr ernsthafte Ursachen haben. Chronische Darmbeschwerden, deren endoskopische Untersuchung keine Auffälligkeiten aufweist, fallen wiederum unter die Diagnose „Reizdarm“. Lösungswege werden meist wenige angeboten, denn die Ursache wird im Stress vermutet. Dennoch wird auch hier in der Naturheilkunde tiefer hinterfragt. Beschwerden, wie z. B. ein ständiges Unwohlsein im Bauch mit Wechsel zwischen Durchfällen und Verstopfungen, ein schmerzhaft aufgeblähter Leib sowie das Auftreten chronischer Durchfälle oder chronischer Verstopfung gehen sehr oft mit weiteren Symptomen einher, die man mit dem Verdauungstrakt zunächst nicht in Verbindung bringt. Infektanfälligkeit, Müdigkeit, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Unruhezustände, Blutdruckschwankungen und Flushs (plötzlich aufsteigende Hitzegefühle im Körper) sind Beispiele für Beschwerden, die oft einzeln medikamentös behandelt und unterdrückt werden, jedoch immer in Zusammenhang gesehen werden müssen. Sie führen zu weiteren Diagnosewegen, deren Ergebnisse einen gezielten Behandlungsplan ermöglichen.

Gallenbeschwerden

Sie können durch Krämpfe der Gallenwege entstehen, durch Steinleiden, Entzündungen oder auch bösartige Prozesse. Das Leber-Galle-System reagiert sehr empfindlich auf aufgestaute Emotionen wie Wut und Zorn. Meist zeigen sich die Beschwerden nach fettreichem Essen, in Form von Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen, bis hin zu Koliken bei Steinleiden. Weitere Hinweise auf Schwächen und Störungen im Bereich Leber-Galle können sein:

  • die Empfindlichkeit der Haut über der Leber
  • sehr akut ablaufende Beschwerden wie Migräne, plötzliche Augenerkrankungen
  • Erkrankungen des weiblichen Genitaltrakts, bzw. hormonelle Erkrankungen
  • heftige und plötzliche Symptome wie Heuschnupfen, Fieber oder Nesselsucht

Osteopathische Untersuchung bei Verdauungsproblemen

Der osteopathische Therapeut verschafft sich in seiner ganzheitlich orientierten Anamnese sein eigenes Bild von der Situation des Patienten und bezieht die Ergebnisse aus bisherigen Laboranalysen und endoskopischen Untersuchungen in seine Beurteilung mit ein. Anspannungen im Gewebe, Fehlstellungen von Wirbeln, die den Verlauf Nerven, die zu den Organen ziehen, beeinträchtigen können, die Mobilität der Organe selbst – all das gibt dem Behandler Auskunft über die tiefer liegenden Ursachen der vordergründigen Beschwerden.

Osteopathische Behandlung

Osteopathie beim Magen DarmIn einer osteopathischen Behandlung werden immer mehrere Techniken zusammenfließen, die für das individuelle Beschwerdebild des Patienten geeignet sind. Die viszeralen Techniken der Osteopathie beispielsweise ermöglichen die Behandlung der inneren Organe. Die Verdauungsorgane sind von einer „Haut“ umhüllt, die ihnen ermöglicht, sich im Körper in einer bestimmten Lage an benachbarten Organen entlang bewegen zu können. Ist diese Bewegung eingeschränkt, so leidet die Funktion des betreffenden Organs darunter, was der Betroffene meist an ganz anderen Körperstellen zu spüren bekommt. Unsere Organe reagieren auf die Einflüsse der Außenwelt, auf Stress und Druck ebenso wie auf Ereignisse, die uns gute Gefühle schenken. Je nach Situation ändert sich die Versorgung des Organs; so kann chronischer Stress zur Minderdurchblutung von Organen führen, ihre Beweglichkeit einschränken und damit ihre Funktion und Leistung beeinträchtigen, ohne dass sich dies zunächst an Laborwerten zeigen würde. Nach außen hin meldet sich ein solches Organ beispielsweise über allgemeine Müdigkeit, Schlappheit, über angespannte Muskelpartien, die auf Massagen nur noch wenig ansprechen, oder auch über Veränderungen in Reflexzonen. Die Osteopathie stellt die normale Beweglichkeit des betroffenen Organs wieder her und beeinflusst seine Funktion günstig.

Erfolgsaussichten und Kombinationen mit anderen Therapien

Solange nur funktionelle Organsstörungen vorliegen, sind die Erfolgsaussichten allein mit Osteopathie sehr gut. Doch verbirgt sich beispielsweise hinter einem diagnostizierten „Reizdarm“ mehr als nur Stress, gibt der Patient in seiner Anamnese z. B. Hinweise auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten, auf eine unzureichende Verdauungsleistung der Bauchspeicheldrüse oder auf therapieresistenten Mundgeruch, ist eine grundlegende Therapie des Verdauungstrakts auf natürlicher Basis angebracht.

Beim Einsatz mehrerer Behandlungsarten muss immer sorgfältig abgewogen werden, welche Therapiekombination sinnvoll ist, um Synergieeffekte zu erreichen, anstatt den Organismus zu überlasten. Eine Schröpfkopftherapie in Organreflexzonen kann die inneren Organe ebenso beeinflussen wie die Fußreflexzonenmassage auf ihre Weise. Die ideale Kombination bei Verdauungsbeschwerden allgemein stellt jedoch neben der osteopathischen Behandlung eine Sanierung des Verdauungstrakts dar, wenn diese sich aufgrund von spezifischen Laboruntersuchungen als notwendig erweist.


Diana Deuschle
Diana Deuschle
Heilpraktikerin aus Erding bei München

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